Nelken

Nelken

Es glühen rote Nelken
Freiheitssonnen entstammt,
Es lodern rote Gluten,
Die Freiheitssehnsucht flammt.

Es naht der Tag der Tage,
Der Freiheit Banner fliegt Weitauf,
weitauf die Herzen,
Die rote Nelke siegt.

(Gedicht von Josef Friedmann
Arbeiter-Zeitung, 1. Mai 1909)

Ja, ich weiß um die unterschiedliche Bedeutung roter Nelken. Als Jugendliche allerdings (noch) nicht. Da kannte ich sie nur langstielige Sträuße, gebunden mit Asparagus-Grün. Damals ein Blumen-Klassiker.
Für mich allerdings der Inbegriff von Spießigkeit.
Und welche Blumen bekam ich zum Abschlussball?
Natürlich einen Strauß roter Nelken.
Und nein. Ich habe sie nicht getrocknet als Erinnerung an einen schönen Abend. Denn so schön war der gar nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Da ich gerne Blumen auf meinem Küchentisch stehen habe, aber keine, die mir die Sicht versperren, habe ich es heute Nelken mal anders arrangiert:
kurz, ohne Asparagus-Grün und in einer anderen Farbe.
Revolution am Küchentisch brauche ich gerade nicht ;)

2 Gedanken zu „Nelken

  1. Diese Sträuße der Spießigkeit waren auch in meiner Jugend ein großes Thema. Ich kann mich noch gut erinnern.
    Heute schätze ich Nelken mehr, vor allem in dieser zweifarbigen Variante, die Du zeigst. So erfreuen sie mich sehr.
    Liebe frühe Grüße nach Speckhorn,
    ich darf mich heute über einen freien Tag freuen.

  2. Dein Nelkenstrauss ist wunderschön. Er scheint sich vom Status der Revolutionsblume gelöst zu haben und erstrahlt in neuer und ungewohnter Frische.
    Ich mag Nelken auch lieber als früher und finde zum Beispiel die Bartnelken sehr apart.
    Lieben Gruss in den Tag,
    Brigitte

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