Knut Hamsun, Segen der Erde

Knut Hamsun, Segen der Erde

Isak ist „Ödlandbauer bis in die Knochen und Landwirt vom Scheitel bis zur Sohle. Ein Wiedererstandener aus der Vorzeit , der in die Zukunft hinausdeutet, ein Mann aus der ersten Zeit des Ackerbaus, ein Landnamsmann, neunhundert Jahre alt und doch auch wieder der Mann des Tages.“ Dieser 1917 entstandene und bereits drei Jahre später mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Roman Knut Hamsuns  beschreibt das harte, erfolgreiche Leben Isaks, der sich in der Einöde ein Stück Land urbar macht und durch steter Hände Arbeit zum respektierten Marktgrafen wird, der mit Inger, seiner Frau, eine Familie gründet, die autark auf ihrem Land lebt, das sie ernährt. Ein Lob auf das ländliche Leben, das sich gegenüber den städtischen, krankmachenden Versuchungen, denen es ausgesetzt ist, letztendlich als das stärkere erweist. Alle, die aus unterschiedlichen Gründen Kontakt mit der Stadt hatten, scheitern, es sei denn sie wenden sich wieder dem bäuerlich, ländlichen Leben zu. Von einem einfachen Leben zu reden, wäre allerdings fatal, denn die Arbeit ist schwer, es gibt keine (Sozial-) Versicherungen, sondern nur Kinder, die den Lebensabend der Kinder sichern müssen. Probleme schwangerer Frauen, egal ob verheiratet oder nicht, werden genauso thematisiert wie die Verantwortung der Männer an den Kindesmorden ihrer Frauen.
Der Roman ist über weite Passagen eine Darstellung der täglichen Arbeit eines Bauern, der wenig sagt, sondern arbeitet und Problemen aus dem Weg geht, bzw. deren Lösung den Frauen überlässt, Lösungen, die dann aber in der Regel von ihm vorgegeben sind. Dass dieser Roman in der nationalsozialistischen Zeit mit ihrer Blut- und Bodenideologie ein ein vielebeachteter war, verwundert nicht.

Knut Hamsun, Segen der Erde, Deutsch von J. Sandmeier und S. Angermann, München 11.Aufl. 2001, 341 S. , ISBN3-423-11055-4

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