17. April – sechs Wochen danach

17. April – sechs Wochen danach

Die siebzehn war unsere Zahl: Er, geboren am 17. 05., ich am 17.11., geheiratet haben wir am 17.12., heute, am 17.04., sind sechs Wochen seit seinem Tod vergangen.
Immer wieder fallen mir die Verse der ersten Strophe aus Erich Frieds Gedicht „Ohne dich“ ein: „Nicht nichts/ ohne dich/ aber nicht dasselbe.“
Ich komme ohne ihn klar, es hat ja auch ein Leben vor ihm gegeben, also gibt es auch ein Leben nach ihm. Und dennoch: Ich vermisse ihn so sehr. Es gibt keine gemeinsame Entwicklung, keine „Löffelchenliste“ mehr, die wir gemeinsam „abarbeiten“, genießen können, nur noch Erinnerungen. Die aber gibt es zahlreich. Und das ist gut so.

10 Gedanken zu „17. April – sechs Wochen danach

  1. Ich bewundere deinen mutigen, tapferen Worte. Du bist eine sehr starke Frau. Sicher nicht in allen Momenten. Schwäche darf man auch zeigen, klar..
    Ich hoffe, dass du für dich selbst ein paar kleine Löffelchen hast, die du nach und nach genießen wirst – allein, mit den Kinder oder mit Freunden – je nach Löffelchen.

    Herzlichst Ellen

  2. „ohne ihn“ – ja, die physische Präsenz fehlt, die Stimme im Raum, das gemeinsame Erleben … Aber die seelische Präsenz kann da sein wie nie zuvor … ein Bewusstsein der Liebe … Bewusstsein, dass jeder doch seinen Weg geht, er diesen, den er gewählt hat … in diesem Akzeptieren-Können des Weges üben wir auch die Liebe, Liebe versucht ja zu verstehen über alle Grenzen hinweg. Mich erinnert das immer an die Pieta Michelangelos: Maria versteht und nimmt den Tod ihres Sohnes an. Wie viel Heilung für das Herz dieses Werk gibt … Bei den Worten Deines Post fühlt jedes Herz mit … ich wünsche Dir viel Trost!

  3. das leben mit ihm fühlte sich rund an-
    momentan ist es das nicht mehr, dein schreiben
    lässt erahnen, dass dein leben irgendwann in absehbarer zeit wieder RUND sein wird- sich wieder gut=rund anfühlen wird….? oder?
    gruß von sonia

  4. Hängen geblieben, mit stockendem Atem gelesen, den Menschen hinter diesen Texten gesucht, die Geschichte, die Bilder, gestaunt, geseufzt, genickt, überlegt, ob ich stillschweigend bei mir verlinken soll (in meinem privaten Blog).
    Doch nun stosse ich auf dieses Post, geschrieben am ersten und einzigen Geburtstag meiner Tochter, und möchte wenigstens eine Träne hier lassen.
    Alle Liebe, ich komme wieder
    Gabriela

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