Tanzen verboten?

Tanzen verboten?

Diese Überbleibsel einer Veranstaltung, eines Workshops was auch immer habe ich gestern im Festspielhaus Recklinghausen entdeckt.

Tanzen verboten – NEIN! NIE! schoss es mir sogleich durch den Kopf.

“Ich lobe den Tanz,
denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge,
bindet den Vereinzelten
zu Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz,
der alles fordert und fördert,
Gesundheit und klaren Geist
– und eine beschwingte Seele.

Tanz ist Verwandlung
des Raumes, der Zeit, des Menschen
der dauernd in Gefahr ist
zu zerfallen, ganz Hirn,
Wille oder Gefühl zu werden.

Der Tanz dagegen fordert
den ganzen Menschen,
der in seiner Mitte verankert ist
der nicht besessen ist
von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie
der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert
den befreiten,
den schwingenden Menschen
im Gleichgewicht der Kräfte.

Ich lobe den Tanz.

O Mensch, lerne tanzen,
sonst wissen die Engel
im Himmel mit dir
nichts anzufangen!”

Diese Zeilen findet man oft im Internet – und sie werden
dem großen Kirchenlehrer und Mystiker Aurelius Augustinus (354-430 n. Chr.) zugeschrieben.

Ich lobe nicht nur den Tanz, ich tanze selbst, besser gesagt, ich bewege mich nach/ mit Musik, wenn ich die 5 Rhythmen tanze. Da gibt es keine festen Regeln, Schritte, Drehungen, ich brauche keinen Partner und tanze dennoch in Gemeinschaft, in Resonanz mit anderen. Und es tut (mir) gut.

Doch dann ist mir eingefallen, dass es in einigen Bundesländern Tanzverbote an bestimmten, sogenannten „stillen“ Feiertagen wie Karfreitag und Volkstrauertag gibt.
Während der NS-Zeit gab es ein Tanzverbot gab, das untersagte, nach amerikanischer Swing-Musik zu tanzen.
Weitere Informationen findet man unter diesem Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Tanzverbot

4 Gedanken zu „Tanzen verboten?

  1. Tanzen verbieten finde ich total widersinnig!
    Danke für dein Plädoyer für den Tanz und das schöne Gedicht, von dem ich nur die letzte Strophe kannte. :–)
    Einen beschwingten Gruss zu dir,
    Brigitte

    1. Tanz ist für mich Ausdruck des Lebens – vielleicht ist es das, was in manchen Religionen – meist für Frauen – nicht gern gesehen wird.
      Wünsche dir einen beschwingten Tag.

  2. Eine rätselhafte,
    liebe mona lisa,
    Botschaft ist das!
    Wahrscheinlich hast du recht mit deiner Vermutung, dass an hohen kirchlichen/religiösen Feiertagen solches Tun nicht gern gesehen wird…
    Das Augustinus zugeschriebene Gedicht kannte ich: Ein schönes Lesen, jedes Mal wieder aufs Neue :)
    Mit einem tanz herzlichen Gruss in den Abend

  3. Richtig einordnen kann ich sie auch nicht.
    Diese lange Version kannte ich auch noch nicht, stimme ihr aber aus vollem Herzen zu, vor allem der Aussage: Tanz ist Verwandlung …
    Herzliche Grüße

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