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Kategorie: Gedichte

Abendstimmung

Abendstimmung

Glühendrot der Sonnenball will ins Meer versinken, und die Fluren überall Tau und Frieden trinken;leise wiegt die Knospe sich an dem braunen Zweige … Traumhaft kommt sie über mich, Sehnsucht tief und wunderlich, geht der Tag zur Neige. (Clara Müller-Jahnke)

Mehr Meer geht immer

Mehr Meer geht immer

Aber: Wo ist es denn nun? Erich Fried gibt in einem Gedicht eine Art Gebrauchsanweisung für die Begegnung mit dem Meer: Wenn man ans Meer kommtsoll man zu schweigen beginnen… Aus Copyright-Gründen zitiere ich es nicht selbst, sondern atme ein und aus …

Anstachelung beim Zahnstochern

Anstachelung beim Zahnstochern

… Keine Hand vors Gesicht.Komm, Zahnstöcherchen,Piek die PeinigerAus den Löcherchen!Schäme dich nicht,Denn du bist ein kluger Reiniger. Immer wacker gespießt!Wenn auch mal Blut fließt.Ich bin nicht bang.Gesegnete Mahlzeit beim letzten Gang. (Joachim Ringelnatz)

Der Wächter der Lampe

Der Wächter der Lampe

Wachsein ist alles. Es kommt die Nacht und keiner wird keinen erkennen. Haltet Wacht und laßt die Lampen brennen. Alles Werden ist wankend und ungewiß, aber alles Ziel ist Reife. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, auf daß sie es einst begreife. (Manfred Kyber)

Nebel

Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört. Blutlose Bäume lösen sich in Rauch. Und Schatten schweben, wo man Schreie hört. Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.  Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen. Und jede flackert, dass sie noch entrinne. Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.  Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen, Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht. Und stechen stumm die weißen Elendsaugen Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht. (Alfred Lichtenstein)

Hautsache Selbstliebe

Hautsache Selbstliebe

You can – flüstert mir das Meer zu und macht es – vorsichtshalber auch noch sichtbar ;) sich häutenHäutungenetwas geht einem unter die HautdünnhäutigGänsehautHautschuppendas ist zum aus der Haut fahrenmit Haut und Haarenauf der faulen Haut liegenseine Haut zu Markte tragenHautkrankheiten Hautjuckendas juckt mich (nicht)das Fell=Haut jucktIn meiner Kindheit bedeutete die Frage: „Juckt dir das Fell?“ nichts Gutes. Es war die indirekte Androhung einer Strafe, von Prügeln. Wenn die Haut Spiegel der Seele ist, wie geht dann Heilung, wenn die…

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Ein Stein

Ein Stein

Stein der Weisen oder Stein des Anstoßes? Oder einfach nur „Stein“, der die Interpretation und das Verfassen von Gedichten anderen überlässt? Ein kleines Steinchen rollte munterVon einem hohen Berg herunter. Und als es durch den Schnee so rollte,Ward es viel größer als es wollte. Da sprach der Stein mit stolzer Miene:′ Jetzt bin ich eine Schneelawine′ . Er riß im Rollen noch ein HausUnd sieben große Bäume aus. Dann rollte er ins Meer hinein,Und dort versank der kleine Stein. (Joachim…

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Die Bank

Die Bank

(Auf dieser Schlossgartenbank muss man sich nicht rösten lassen, hat dennoch einen Blick in den Blüh-Garten.) Im Parke weiß ich eine Bank,Die schattenreichste nicht von allen,Nur Erlen lassen, dünn und schlank,Darüber karge Streifen wallen;Da sitz‘ ich manchen SommertagUnd laß mich rösten von der Sonnen,Rings keiner Quelle Plätschern wach,Doch mir im Herzen springt der Bronnen. … So sitz‘ ich Stunden wie gebannt,Im Gestern halb und halb im Heute,Mein gutes Fernrohr in der HandUnd lass‘ es streifen durch die Weite.Am Damme steht…

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