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Kategorie: Gedichte

Spinnweben

Spinnweben

O sieh das Spinnenweb im Morgensonnenschein,wie es vom Thau noch voll kristallner Tropfen hängt!Im leichten Winde wiegt es seiner Perlen Pracht,die in den silbergrauen Maschen hier und dortso flüchtig sich wie sanft und zierlich eingeschmiegt.Sieh, so ist alles Glück. So hängt es flüchtig sichin unsrer Tage schwankendes Gespinst,und es erschauert unter seiner köstlichen Lastdes Majaschleiers weltdurchwallendes Geweb. (Christian Morgenstern)

Regen in der Dämmerung

Regen in der Dämmerung

Der wandernde Wind auf den WegenWar angefüllt mit süßem Laut,Der dämmernde rieselnde RegenWar mit Verlangen feucht betaut. Das rinnende rauschende WasserBerauschte verwirrend die StimmenDer Träume, die blasser und blasserIm schwebenden Nebel verschwimmen. Der Wind in den wehenden Weiden,Am Wasser der wandernde WindBerauschte die sehnenden Leiden,Die in der Dämmerung sind. Der Weg im dämmerden Wehen,Er führte zu keinem Ziel,Doch war er gut zu gehenIm Regen, der rieselnd fiel. (Hugo von Hofmannsthal)

Erinnerungen

Erinnerungen

Erinnerungen an was, an wen? Sie können vielfältiger Natur sein und sehr unterschiedlich festgehalten werden:im eigenen Kopf, in Form von Fotografien, Gedichten, zum Teil auch vertont, so dass sie manchmal dann auch für die Nachwelt erhalten bleiben: So wie Brechts „Erinnerungen an die Marie A.“, u.a. gesungen von der wunderbaren Angela Winkler, die ich schon einige Male bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen erleben konnte. Dieses vertonte Brecht Gedicht ist auf Angela Winklers CD „Ich liebe dich, kann ich nicht sagen.“…

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Die Mücke

Die Mücke

(Stechmücke pixabay) Ein leisestes Gesurr. Auf meine HandSinkt flügelschwirrend eine Mücke nieder,Ein Hauch von einem Leib, sechs zarte Glieder —Wo kam sie her aus winterlichem Land? Ein Rüssel — Schlag ich zu? Missgönn ich ihrDen Tropfen Blut, der solches Wesen nährt?Den leichten Schmerz, den mir der Stich gewährt?Sie handelt, wie sie muss. Bin ich ein Tier? So stich nur zu, Du kleine Flügelseele,Solang mein Blutgefäss Dich nähren mag,Solang Du sorgst um Deinen kurzen Tag! Stich zu, dass es Dir nicht…

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Abendstille

Abendstille

Abendstille überall, Nur am Bach die Nachtigall Singt ihre Weise Klagend und leise Durch das Tal. (Volkslied) Leider ist das in vielen Regionen der Welt für viele Menschen nur ein Traum, ein zur Zeit nicht erfüllbarer Wunsch.

Tagesanfang

Tagesanfang

Aus meiner tiefsten Seele ziehtMit NasenflügelbebenEin ungeheurer AppetitNach Frühstück und nach Leben. (Joachim Ringelnatz) Heute gab’s selbst gemachtes Müsli – ich möchte wissen, was drin ist – mit selbstgepflückten Brombeeren/ und Banane (die musste „weg“).

Die Maus

Die Maus

Ride=bide=Bumstock fing ’ne Maus,Ride=bide=Bumstock ließ sie wieder raus,Ride=bide=Bumstock, du bist dumm,Die Mäuse sind’n Rackerpack, das bringt man um! (Paula Dehmel) Die Entscheidung steht bei dieser „Asphaltmaus“ erst gar nicht an.

Ist das ein Sterben? …

Ist das ein Sterben? …

Ist das ein Sterben? Menschen regenSich munter auf dem Ackerland;Hier führt der eine heim den Segen,Dort streut das Korn des andern Hand. Mich dünkt, ich seh’ erst jetzt das LebenSo voll gestillt wie hoffnungsreich:Was kann es Schöneres denn geben,Als ernten und auch sä’n zugleich? (Stephan Milow)

Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit

Wenn ich in den KnabenjahrenAbends hinsank auf mein Bette,O wie war die Rast mir lieblich!Schon nach wenig AtemzügenLösten sich von selbst die Wimpern,Und des Schlafes Wellen spültenUm die Brust mir leicht und linde,Und der Traum mit ElfenhändenNahm mir von der jungen SeeleAllen kleinen Harm des Tages. Aber jetzt wie ward es anders!Such‘ ich mitternachts mein LagerMit herabgebrannter Kerze,Bleibt der süße Schlaf mir ferne;Denn die Sehnsucht ruckt am Kissen,Und es lasten die GedankenAuf mir wie ein böser Alpdruck,Und mit Rabenflügeln schwirrenUm…

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