Die Vögel fliegen leichter um mich her.Die fremden Hunde wissen: das ist d e r.Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,mein langsam mehr gewordenes Gesicht. (Rainer Maria Rilke)
Ein Hauch von Frühling
Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,Sehnend,Sich dehnendIn Lieben und Hoffen.Frühling, was bist du gewillt?Wann werd′ ich gestillt? (Eduard Mörike, Im Frühling, 2. Strophe) Auch wenn die Bäume von Weitem noch kahl und unbeblättert aussehen, so kann man es doch bei genauerem Hinsehen überall knospen sehen: Es ist morgens früher hell und abends später dunkel. Zugvögel habe ich schon rufen hören, allerdings des Nachts, so dass ich kein Foto machen konnte. Doch das war sicher nur die „Vorhut“, weitere werden…
günter abramowski, wer ist wir
„wer ist wir“ ist der neue Gedichtband Günter Abramowskis, geprägt von einer gewissen Altersmelancholie, die etwa sichtbar wird in Gedichten mit Kindheitsepisoden. Krankenhausaufenthalte „vom verstande ignoriert“ sind dann durch ein „zeitentauchen“ als „privileg des alters“ wieder da und können dichterisch verarbeitet werden: „eines tages überraschten mich im nichts-tun des altersbilder der schweren krankheit in kindertagen“ Günter Abramowski lotet in und mit seinen Gedichten die „tiefens des lebens“ aus, die „kraft der erinnerung/ vergangenheitszukunftfrei“ daherkommen. Und kommt zu der Erkenntnis, wir…
Winterödnis
Dürre Winterödnisschaurig-düster-frosterstarrt – doch über dem Bergdorf hell erglänzend der Mond, erhaben und ergreifend. (Saigyô)
Zuviel Klamotten?
Mein Diogenes Kalender „Abreißen und Loslassen“ hält täglich ein Zitat bereit, mit dem ich in Resonanz gehen kann, aber nicht muss. Anschließend nutze ich die Blätter als To-do-Listen, die ein wenig Farbe in das Alltags-Muss bringen. Vor ein paar Tagen musste ich über den Spruch schmunzeln. Heute ist es dann so weit. Ich werde meine Klamotten mal ausführen, hab einiges außerhalb des Hauses zu erledigen. Mal sehen, wie ihnen die frische Luft bekommt ;)
Tommie Goerz, Im Schnee
Draußen Schnee, meine Schuhe ohne „Winterbereifung“. Da lässt es sich gut zu Hause sein, mit einem Buch auf der Couch, das vom Titel her zumindest jahreszeitlich passt und dem folgendes Zitat vorangestellt ist: „Die Weggegangenen sind überall.“ Étienne Kern, Die Entflogenen Es ist die Geschichte von Max, dem Protagonisten dieses Romans, und Schorsch, der jetzt tot ist. Beide leben schon immer in ihrem Dorf. Aber sicher ist es auch die Geschichte dieses Dorfes und seiner BewohnerInnen. „Ob der Schorsch ein…
Im Café
“Kann ich bitte zahlen?“ Ob der Kellner das beurteilen kann?
Tine Høeg, Hunger
Nach „Neue Reisende“ und „Tour de Chambre“ ist „Hunger“ der dritte Roman der Dänin Tine Høeg, in dem es um Mias innigsten Wunsch geht, mit ihrem Partner Emil, der bereits zwei Kinder aus erster Ehe hat, ein gemeinsames Kind zu bekommen. Seit einem Jahr versuchen sie es vergeblich und beschließen, sich an eine Kinderwunschklinik zu wenden. Mia ist Schriftstellerin und notiert neuen Monate lang minutiös und nahezu täglich in ihrem Tagebuch, was diese Entscheidung mit ihr, ihrem Körper und ihrer…
Widerstand
Licht findet seine Farbenfülle erst im Widerstand der Wolken. (Rabindranath Tagore)
Passende Lektüre?
Ob dies die – zumindest zum Wetter draußen – passende Lektüre ist? Ich werde demnächst berichten.