Jaqueline Kornmüller, 6 aus 49

Jaqueline Kornmüller, 6 aus 49

In ihrer Novelle „Das Haus verlassen“ – so passend illustriert von Kat Menschik – geht es um den Verkauf des Hauses, in dem die Ich-Erzählerin wohnt. Auch in diesem Roman geht es um ein Haus. Es ist das Hotel „Amalia“, das Lina leitet. Sie ist die Großmutter der Ich-Erzählerin und leidenschaftliche Lottospielerin, daher der Romantitel. Dieses Hotel ist Linas Lebens(t)raum, die als Küchenhilfe in einem Hotel begonnen hat und mit Umsicht und Weitsicht erkennt, dass die aufmerksame Arbeit für Gäste…

Weiterlesen Weiterlesen

Falter

Falter

Falter haben keine Tugend – geb‘ ich zu; Sie genießen ihre Jugend ganz schmafu! Rauben allen Blumenseelchen Glück und Ruh, Halten selbst in Lilienkelchen Rendezvous. Aber denkt, ein Falterleben, liebe Leut‘, Ist ja nur ein kurzes Schweben überm Heut‘. Darum laßt sie doch genießen, wie sie’s freut, Alles was in Wald und Wiesen schnell sich beut.

In Sichtweite

In Sichtweite

Kalendermäßig ist das Jahr 2026 in den Buchhandlungen bereits angekommen, sozusagen in Sichtweite: Seit Jahren begleitet mich dieser Kalender. Ja, nicht immer sind alle 365 Zitate sinn-haft, zielführend, lustig, erbaulich, was weiß ich. Dennoch mag ich diesen Kalender, vor allem das Motto: Abreißen und Loslassen! Die Rückseiten dienen mir als tägliche To-Do- oder auch Einkaufslisten. Das Papier ist so gut, dass es sich auch mit Füllhalter beschreiben lässt, ohne dass die Tinte verläuft. Man muss auch gönnen können ;)

Sommerwolken

Sommerwolken

…Die Wolken lehren dem Sommer das Fliegen;Viel Sommer sind schon in die Lüfte gestiegen,Auf Wolken über die Auen. Sie reiten wie die Toten vorüber,Denen die Herzen starr stille stehen.Doch Lippen, die jungen sommerroten,Küssen, werden die Tage auch trüber. (Max Dauthendey)

Plötzlich und unerwartet

Plötzlich und unerwartet

Wenn uns unvermutet eine Person wegstirbt, deren innige und verständige Teilnahme uns von Jugend an begleitete, deren ununterbrochene Neigung uns gleichsam eine stille Bürgschaft für ein dauerndes Wohlergehen geworden war, so ist es immer, als stockte plötzlich unser eigenes Leben.    (Eduard Mörike)

Johanna Frid, Haralds Mama

Johanna Frid, Haralds Mama

„Jemand sagte meinen Namen, im Befehlston. Nicht wie ein freundlicher Gruß, sondern wie wenn man in der Sprechstunde beim Onkologen aufgerufen wird. Ein Todesurteil. Es war nur ein Name. Die Frau, die ihn gerufen hatte, betrachtete mich mehr oder weniger lächelnd. … Ich hoffte, dass sie mich nicht umarmen würde, so in einer Art flauschiger Strafe. Das perfekte Verbrechen.“ Die eine elegant gekleidet, den cremeweißen, französischen Mantel über der Schulter drapiert, die andere in gigantischer Daunenjacke. Eine Axt in ihrer…

Weiterlesen Weiterlesen

Warten

Warten

Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, sie lange warten zu lassen. Dies macht unmoralisch. (Friedrich Nietzsche)