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Kategorie: Rezensionen

Edem Awumey, Nächtliche Erklärungen

Edem Awumey, Nächtliche Erklärungen

Der Weidle Verlag ist ein kleiner, ein besonderer Verlag mit Sitz in Bonn. Seine Schwerpunkte, Ziele sind es, Leser*innen Exilliteratur, die größtenteils in Vergessenheit geraten ist, wieder nahezubringen und mit fremdsprachiger Gegenwartsliteratur von Schriftstellern, die hierzulande nahezu unbekannt sind, vertraut zu machen. Alle Bücher erscheinen in „unreformierter Rechtschreibung, und daran wird sich nie etwas ändern.“ „Nächtliche Erklärungen“ gehört in die zweite Kategorie. Edem Awumey wurde 1975 in Lomé, Togo, geboren, lebt und arbeitet heute in Kanada. Dieser Roman ist sein…

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Ann Petry, The Street

Ann Petry, The Street

„Die Straße“ ist der erste, 1946 erschienene Roman einer afroamerikanischen Frau, der sofort Furore gemacht hat, über 1,5 millionenfach verkauft worden ist und nun in einer Neuübersetzung von Uda Strätling vorliegt. Ein – leider immer noch – aktueller und hochbrisanter Roman über die Schwierigkeiten Schwarzer, in einer von Weißen mit ihren Vorurteilen dominierten amerikanischen Gesellschaft menschenwürdig zu leben. Ann Petry erzählt die Geschichte der Lutie Johnson, die auf der Suche nach einer Wohnung für sich und ihren achtjährigen Sohn Bubb…

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Volker Kutscher, Olympia

Volker Kutscher, Olympia

„Olympia“ ist der 8. Rath-Roman. Er spielt 1936, zur Zeit der in Berlin stattfindenden Olympiade, die die Nationalsozialisten schamlos für ihre Propaganda ausnutzen: Juden diskriminierende Schilder an Bänken z.B. sind abmontiert worden, Schaukästen des Stürmers sind nun mit Olympiainformationen ausgestattet, so dass ausländische Touristen den Eindruck haben können, das Hitler-Deutschland sei gar nicht so schlecht wie sein Ruf. Dass das alles nur Makulatur ist, wird allen deutlich, die hinter die so fein konstruierte Fassade schauen können. Und das können die…

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Anaïs Barbeau-Lavalette, So nah den glücklichen Stunden

Anaïs Barbeau-Lavalette, So nah den glücklichen Stunden

„Mein Roman ist kein historischer Roman. Es ist der Bericht eines Lebens, jenes meiner Großmutter, die die Geschichte auf ihre Art durchwanderte: frei, intensiv, schockierend.“ Es ist die Geschichte der Suzanne Meloche, die in den 50 iger Jahren des letzten Jahrhunderts in Kanada durchlebt wird, einer Zeit, „erdrückt von der Herrschaft der Kirche und den klerikalen Gesetzen“, in der Frauen geächtet werden, die nicht die drei K’s (Kinder, Küche, Kirche) als Inbegriff ihres Lebens ansehen. Dagegen wehren sich sich Künstler*innen…

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Anna Stern, das alles hier, jetzt.

Anna Stern, das alles hier, jetzt.

Anna Stern ist für ihren Roman „das alles hier, jetzt“ mit dem diesjährigen Schweizer Buchpreis ausgezeichnet worden: «Anna Stern hat einem der ältesten Themen derLiteratur eine völlig neue Form und unerhörte Töne abgewonnen.“ So heißt es in der Begründung der Jury. In der Tat, der Tod eines geliebten Menschen ist zig mal literarisch verarbeitet worden. Jemand stirbt. In diesem Roman ist es Ananke, der sehr jung, nach kurzer Krankheit stirbt. Sein Freundeskreis trauert um ihn. Jeder versucht auf jeweils eigene…

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Harald Krassnitzer, Rauhnächte

Harald Krassnitzer, Rauhnächte

Bald kommen sie wieder, die Rauhnächte, die auch „Innernächte, Glöckelnächte, Unternächte, Losnächte oder schlicht nur die Zwölfen“ heißen. Es sind die Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, für die es unzählige Regeln, Gebote und Verbote gibt. Ich wohne in einer Gegend, in der die Rauhnächte kaum von Bedeutung sind. Mir sind also auch die Erzählungen rund um diese Nächte fremd, in dem Sinne, dass ich sie einfach nicht kenne, sie mir aber auch in ihrer Besonderheit, ihren…

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Jella Lepman, Die Kinderbuchbrücke

Jella Lepman, Die Kinderbuchbrücke

Wie kommt eine zur Emigration aus Deutschland gezwungene in England lebende Jüdin dazu, im Nachkriegsdeutschland mit einer Ausstellung von Kinderbüchern eine „Kinderbuchbrücke“ als Möglichkeit zur Re-Education zu bauen, auf der sich zunächst Kinder aus Deutschland und später dann Kinder an „vielen Zipfeln der Welt“ begegnen können? Welcher Zauber, welche Magie liegen in diesem Wort „Kinderbuchbrücke“. Jella Lepman folgte nach langem Hadern der „Aufforderung des amerikanischen US-Hauptquartiers, als ‚Beraterin für kulturelle und erzieherische Belange der Frauen und Kinder‘ nach Deutschland zurückzukehren, ……

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Thomas Blubacher, Das Haus am Waldsängerpfad

Thomas Blubacher, Das Haus am Waldsängerpfad

Im Berliner Ortsteil Nikolassee kann man auch heute noch das 1929 von Peter Behrens erbaute Haus besichtigen, dass Kurt Lewin und seine Frau Gertrud haben erbauen lassen. Es steht am Waldsängerpfad und war schon damals ein Hingucker, an dem sich die Geister scheiden konnten: „Wer jedoch durch den Waldsängerpfad flaniert, eine gut dreihundert Meter lange, idyllische Wohnstraße zwischen Reifträgerweg und Krottnaurerstraße, mit Kopfsteinpflaster belegt und von schattenspendenden Kastanienbäumen gesäumt, steht unvermutet vor einem asymmetrisch proportionierten, weiß verputzte Ziegelbau, bestaunt ineinander…

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Michael Kleeberg, Glücksritter

Michael Kleeberg, Glücksritter

Michael Kleeberg geht in seiner „Recherche über meinen Vater“ einer Frage nach, die viele seiner Generation – Kleeberg ist Jahrgang 1959 – beschäftigt: Wer war mein Vater, waren meine Eltern, die man geliebt, gehasst, oft nicht verstanden hat? Von ihnen selbst hat man nicht viel erfahren, sie haben – oft einsam – geschwiegen, sich selbst unverstanden, missverstanden gefühlt, konfrontiert mit der „wohlfeil zu habenden Moral der Nachgeborenen“, die sich als Kinder und auch noch als sich abnabelnde Jugendliche meist sicher…

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John Strelecky, Was ich gelernt habe

John Strelecky, Was ich gelernt habe

Dieses Buch kommt, wie all seine Bücher, starkfarbig bunt in der Aufmachung daher, angenehm mit Lesebändchen. Und das macht Sinn, wird man/ frau es sicher nicht in einem Rutsch lesen wollen. Denn „Was ich gelernt habe“ ist eher eine Art Lesebuch im Sinne früherer Schullesebücher, in denen Texte zu verschiedenen Themen publiziert waren. Es beginnt mit der Botschaft des Autors: „Jeder Mensch trägt eine besondere Begabung in sich. Jeder hat Dinge gelernt, die das eigene Leben verändert haben. Jeder Mensch…

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