Mittwoch, 21. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt, umflattert sie tausendmal, ihn selber aber, goldig zart, umflattert der liebende Sonnenstrahl. Jedoch, in wen ist die Rose verliebt? Das wüßt ich gar zu gern. Ist es die singende Nachtigall? Ist es der schweigende Abendstern? Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt; ich aber lieb euch all: Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl, Abendstern und Nachtigall. (Heinrich Heine) weiterlesen...


Dienstag, 20. Juni 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Aus tiefer Nacht ward ich befreit. Meine Seele staunt in Unsterblichkeit, Meine Seele lauscht über Raum und Zeit Der Melodie der Ewigkeit! Nicht Tag und Lust, nicht Nacht und Leid Ist Melodie der Ewigkeit, Und seit ich erlauscht die Ewigkeit, Fühl nimmermehr ich Lust und Leid! (Georg Trakl) weiterlesen...


Montag, 19. Juni 2017 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen-Kalender | Kommentare (0)

Woran erkennt man, dass bereits ein halbes Jahr um ist? An den ersten Herbst- und Winterkatalogen, die im Postkasten liegen, und an den neuen Kalendern für 2018. Nach Let's talk (2016) und Telling Time (2017) ist nun der dritte Teil dieser Trilogie in der Collection Büchergilde erschienen und ab dem 15.7. im Buchhandel erhältlich. Dieses Mal stelle ich ihn als Wandkalender vor. (Copyright Collection Büchergilde) Es geht Mehrdad Zaeri, der seit 1986 in Deutschland lebt, um den „Beginn einer jeden Geschichte“ des Miteinanders und des Austausches, Themen, die dem Künstler sehr am Herzen liegen. Ein Miteinander gibt es nicht nur inhaltlich, die Illustrationen betreffend, ...weiterlesen...


Sonntag, 18. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die große Sonne ist versprüht, der Sommerabend liegt im Fieber, und seine heiße Wange glüht. Jach seufzt er auf: „Ich möchte lieber …“ Und wieder dann: „Ich bin so müd …“ Die Büsche beten Litanein, Glühwürmchen hangt, das regungslose, dort wie ein ewiges Licht hinein; und eine kleine weiße Rose trägt einen roten Heiligenschein. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Samstag, 17. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Am Wassergraben, im Wiesenland Steht ein Eichbaum, alt und zerrissen, Vom Blitze hohl, und vom Sturm zerrissen. Nesseln und Dorn umstehn ihn in schwarzer Wand. Ein Wetter zieht sich gen Abend zusammen. In die Schwüle ragt er hinauf, blau, vom Wind nicht gerührt. Von der leeren Blitze Gekränz umschnürt, Die lautlos über den Himmel flammen. Ihn umflattert der Schwalben niedriger Schwarm. Und die Fledermäuse huschenden Flugs, Um den kahlen Ast, der zuhöchst entwuchs Blitzverbrannt seinem Haupt, eines Galgens Arm. Woran denkst du, Baum, in der Wetterstunde Am Rande der Nacht? An der Schnitter Gered, In der Mittagsrast, wenn der Krug umgeht, Und die Sensen im Grase ruhn in der Runde? Oder denkst du daran, wie in ...weiterlesen...


Freitag, 16. Juni 2017 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

Mit "Ich lebe mit meiner Trauer" ist Chris Paul ein gut lesbares und verständliches Sachbuch über den oft jahrelangen Trauerprozess gelungen, das sehr hilfreich sein kann, wenn der Prozess gerade erst begonnen hat, aber auch dann noch, wenn man bereits schon länger auf dem Weg ist. Mit ihrem "Kaleidoskop des Trauerns" gibt sie dem Leser Begriffe für die einzelnen Facetten des Trauerns an die Hand und damit eine "Struktur zur Orientierung" in dem Chaos und der Unübersichtlichkeit. Diese kann Hilfe und Anleitung sein zu begreifen, was mit einem passiert. Es sind die folgenden sechs Facetten: Überleben, Wirklichkeit, Gefühle, Sich Anpassen, Verbunden ...weiterlesen...


Donnerstag, 15. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Das Leben ist ein Traum! Wir schlüpfen in die Welt und schweben Mit jungem Zehn Und frischem Gaum Auf ihrem Wehn Und ihrem Schaum, Bis wir nicht mehr an Erde kleben: Und dann, was ist's, was ist das Leben? Das Leben ist ein Traum! Das Leben ist ein Traum! Wir lieben, uns're Herzen schlagen, Und Herz an Herz Geschmolzen kaum, Ist Lieb' und Scherz Ein lichter Schaum, Ist hingeschwunden, weggetragen! Was ist das Leben? hör' ich fragen: Das Leben ist ein Traum! Das Leben ist ein Traum! Wir denken, zweifeln, werden Weise; Wir theilen ein In Art und Raum, In Licht und Schein, In Kraut und Baum, Studiren und gewinnen Preise; Dann, nah' am Grabe, sagen Greise: Das Leben ist ein Traum! (Johann Wilhelm Ludwig Gleim) weiterlesen...


Mittwoch, 14. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Was paßt, das muß sich ründen, Was sich versteht, sich finden, Was gut ist, sich verbinden, Was liebt, zusammensein. Was hindert, muß entweichen, Was krumm ist, muß sich gleichen, Was fern ist, sich erreichen, Was keimt, das muß gedeihn. Gib traulich mir die Hände, Sei Bruder mir und wende Den Blick vor Deinem Ende Nicht wieder weg von mir. Ein Tempel – wo wir knieen – Ein Ort – wohin wir ziehen Ein Glück – für das wir glühen Ein Himmel – mir und dir. (Novalis) weiterlesen...


Dienstag, 13. Juni 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Fotos, Zitate | Kommentare (2)

Der unglückliche Mensch ist immer von sich selbst abwesend und niemals präsent.“ (Søren Kierkegaard) weiterlesen...


Montag, 12. Juni 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (3)

Abends gab's dann noch einmal im Dortmunder Konzerthaus in der Reihe Musik für Freaks Kafka zu hören. Der ungarische Komponist György Kurtág hat vierzig Kafka Aphorismen und Miniaturen für Sopran und Violine "mit wenigsten Tönen, so viel und so dicht wie möglich" (Programmheft d. Konzerthauses Dortmund) vertont. Das Ergebnis ist keine leichte, erbauliche Kost, aber mit Anna Maria Pammer und Patricia Kopatchinskaja, zwei Musikerinnen mit Leidenschaft und Begeisterung, ein eindringliches, nachklingendes Erlebnis. Hier einige der Kafka-Texte: DER WAHRE WEG "Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt, stolpern ...weiterlesen...