Samstag, 19. August 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reist jener morgen ein: Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden: Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden. Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden. Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn? Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten, Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind; Als eine Wiesenblum, ...weiterlesen...


Freitag, 18. August 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Es ist ein stiller Regentag, So weich, so ernst, und doch so klar, Wo durch den Dämmer brechen mag Die Sonne weiß und sonderbar. Ein wunderliches Zwielicht spielt Beschaulich über Berg und Tal; Natur, halb warm und halb verkühlt, Sie lächelt noch und weint zumal. Die Hoffnung, das Verlorensein Sind gleicher Stärke in mir wach; Die Lebenslust, die Todespein, Sie ziehn auf meinem Herzen Schach. Ich aber, mein bewußtes Ich, Beschau‘ das Spiel in stiller Ruh, Und meine Seele rüstet sich Zum Kampfe mit dem Schicksal zu. (Gottfried Keller) weiterlesen...


Donnerstag, 17. August 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (4)

John Strelecky ist der Autor von "Das Café am Rande der Welt" und anderen Büchern, die einen dazu anleiten können, mal innezuhalten und sich zu fragen: Lebe ich so, wie ich leben möchte? Bin ich glücklich und zufrieden? Oder nur "eigentlich"? Mit kleinen Texten, manchmal nur kurzen Impulsen, lädt der Autor die LeserInnen dazu ein, zu überprüfen, wie sie es mit ihrem Leben so halten, ergänzt durch bunte lebensfrohe Aquarellillustrationen, manchmal auch nur farbig unterlegte Seiten von Root Leeb: "Ich sterbe einen langsamen Tod, wenn ich jeden Tag das Gleiche mache. ... In den Momenten, in denen ich mich festgefahren fühle, muss ...weiterlesen...


Mittwoch, 16. August 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Das Sommerloch hat viel Platz für Melancholie und Einsamkeit Trauer und Schmerz Romanlektüren und das Entdecken unbekannter Komponisten Begegnungen mit Facetten der eigenen Person, die im Alltagsgeschehen unentdeckt bleiben das Ausprobieren mit dieser Fülle umzugehen (© mona lisa) weiterlesen...


Dienstag, 15. August 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Küssen als "Allerweltsgeschäft", als "zarte Tätigkeit", die ungezählte Formen kennt und entsprechend unterschiedliche Bedeutungen aufweist", das interessiert Peter von Matt in diesem überaus lesenswerten und interessant geschriebenem Buch über "Glück und Unglück" in der Literatur nicht. Ihn beschäftigt vielmehr der Kuss als Ereignis, das tief eingreift in die "Selbst- und Welterfahrung der Protagonisten". Dazu hat sich der Autor sieben Werke der Weltliteratur ausgesucht, um - gut nachvollziehbar - aufzuzeigen, welche Bedeutung der jeweilige einzige und einzigartige Kuss sowohl im Leben der Protagonisten als auch für die Handlung des jeweiligen Werkes hat. Er beginnt mit Virginia Woolfs Mrs. Dalloway und weist nach ...weiterlesen...


Montag, 14. August 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (5)

Es wird herbstlich draußen: abgeerntete Felder, leichte Nebel, die ersten Blätterfärbungen, .... Auf einmal mußte ich singen… Und ich wußte nicht warum. Doch abends weinte ich bitterlich. Es stieg aus allen Dingen Ein Schmerz und der ging um – Und legte sich auf mich. Stürmische Wolkendepeschen Erschreckend den Weltenraum; Und die Beeren der Ebereschen Die winzigen Monde am Baum. (Else Lasker-Schüler) weiterlesen...


Sonntag, 13. August 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Mauern trennen oft das, was zusammengehört, zumindest auf der Erde. Lösungen für Konflikte sind sie nie, eher Nötlösungen. Das folgende Gedicht schrieb Ai Qing, Vater von Ai Weiwei, laut "Tagesspiegel" an die Berliner Mauer, die am 13. August 1961 gebaut und dann am 9. November 1989 zerstört worden ist: DIE MAUER Eine Mauer, wie ein Messer Schneidet sie eine Stadt in zwei Stücke Die eine Hälfte im Westen Die andere Hälfte im Osten Welche Höhe? Welche Dicke? Welche Länge hat die Mauer? Auch wenn sie noch so hoch, noch so dick, noch so lang wäre So könnte sie doch nicht höher, dicker und länger sein Als die große chinesische Mauer Ist sie ...weiterlesen...


Samstag, 12. August 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Sagt es niemand, nur den Weisen, Weil die Menge ...weiterlesen...


Freitag, 11. August 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Zitate | Kommentare (2)

Der Fuchs verstummte und betrachtete den Prinzen lange: "Bitte ... zähme mich!" sagte er. "Ja, gern", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennenlernen." "Man kennt nur Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen alles fix und fertig im Laden. Aber da es keine Läden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, zähme mich!" "Was muß ich tun?" fragte der kleine Prinz. "Du musst viel Geduld haben", antwortete der Fuchs."Zuerst setzt du dich ein Stück weit ...weiterlesen...


Donnerstag, 10. August 2017 | Kategorie: Zitate | Kommentare (2)

Sommergewitter hat's dieses Jahr - zumindest hier schon mehrfach gegeben. Doch auch früher war das an der Tagesordnung. In Marguerite Duras Roman "Im Sommer abends um halb elf" spielt eine gewittrige Sommernacht eine wichtige Rolle: "Eine nächste Gewitterphase bereitet sich vor. Diese ozeanische Masse vom Nachmittag bewegt sich langsam voran über der Stadt. Sie kommt von Osten. Die Helligkeit reicht gerade aus, um ihre bedrohliche Farbe zu erkennen. ... Der Schauer setzt ein. Der Ozean wird über der Stadt ausgeleert. Der Platz verschwindet. Die Bogengänge füllen sich. Im Café spricht man lauter, um verstanden zu werden. Manchmal wird geschrien." (aus: Marguerite ...weiterlesen...