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Kategorie: Rezensionen

Frédéric Brun, Perla

Frédéric Brun, Perla

„Perla“ ist ein sehr leises, zart geschriebenes, poetisches Buch über die Mutter des Autors, die als junge Frau in Auschwitz war und überlebt hat. Nun ist sie eines natürlichen Todes gestorben. Der Sohn bearbeitet in diesem Buch seine Trauer oder sollte man besser sagen die Liebe zu seiner Mutter, die er nun ihr gegenüber nicht mehr aktiv ausüben kann: „Annie Erneaux schreibt: ‚Mama ist tot. Niemals könnte ich diese Worte in einer Fiktion verwenden.‘ Um offen zu reden, weiß ich…

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Helwig Brunner, Gummibärchenkampagne

Helwig Brunner, Gummibärchenkampagne

Die „Gummibärchenkampagne“ von Helwig Brunner ist ein wunderbares Büchlein mit vielen – kaum eine Seite langen – „Minutennovellen“, mit denen man auf unterschiedliche Art und Weise in Resonanz gehen kann. Ein Büchlein, so leicht, dass man es gut bei sich haben kann an Tagen, an denen man voraussichtlich Wartezeit füllen muss. Ein fantastische Alternative zu den veralteten, verblödenden Zeitschriften, die manchmal ausgelegt sind.Der Bücherstapel neben dem Bett ist ebenfalls ein passender Ort, wenn man zu müde ist, den Roman, den…

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Tine Høeg, Neue Reisende

Tine Høeg, Neue Reisende

„Neue Reisende“ ist Tine Høegs erster Roman. Er umfasst einen Zeitraum von ca. 5 Monaten – von August bis Dezember – und schildert die Affäre zwischen der Ich-Erzählerin, einer gerade in den Schuldienst eingetretenen Lehrerin, und einem älteren, verheirateten Mann, einem Grafiker in einem Reisebüro, die sich in einem Zug begegnen, da beide Pendler sind: „Du kannst mir nicht schreiben ich schreibe dir“ Dieser dem Roman vorangestellte Satz umfasst eigentlich schon alles. Sie können sich offiziell nicht treffen. Die meisten…

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Katrin Jonas, nackt

Katrin Jonas, nackt

Über die „drei großen Themen Figur, Ernährung und Sexualität“ führt Katrin Jonas die Leserin an Möglichkeiten heran, sich mit ihrem Körper zu versöhnen, indem sie lernt, sich ihre fremdbestimmten gesellschaftlichen Maßstäbe, Ideale und Normen bewusst zu machen und durch individuelle, dem eigenen Körper gemäße und angemessene zu ersetzten. Dabei ist es bei allen drei Themen wichtig „der Natur des eigenen Körpers“ näher zu kommen, dessen wahre Bedürfnisse kennenzulernen und ihn in seinen Reaktionen besser zu verstehen“ mit dem Ziel, sich…

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Agnar Mykle, Das Lied vom roten Rubin

Agnar Mykle, Das Lied vom roten Rubin

Meine Zeit verlangte meinen Pass und meine FingerabdrückeIch aber hatte eine verborgene Identität.Meine Zeit unterzog mich einer Leibesvisitation.Doch meine Schmerzen entdeckte sie nicht.Wird die zukünftige Jugend die Erde bestellen?Wie sind nicht vereint in der Sehnsucht nach toten Planeten.Wie sind vereint in der Sehnsucht nach der Innenfläche der Hände. So beginnt der vielschichtige Roman Agnar Mykle. Der Autor empfiehlt dann auch:Dieses Buch sollte zweimal gelesen werden.Es einhält eine Botschaft, unter anderem.Beim zweiten Lesen, Hören, Anschauen von Kunst(werken) ist dies immer ratsam,…

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Thomas Böhm, Carsten Pfeiffer (Hrsg.) DIE WUNDERKAMMER DER DEUTSCHEN SPRACHE

Thomas Böhm, Carsten Pfeiffer (Hrsg.) DIE WUNDERKAMMER DER DEUTSCHEN SPRACHE

Das ist ja mal ein Buch für SprachliebhaberInnen, Wörterhexen und andere Sprachinteressierte! Eine wahre Schatztruhe, in der man wühlen, über die man staunen, in der man vieles wieder und neu entdecken, kann – wie das bei Schatztruhen so der Fall ist. Vielleicht ja auch noch ein willkommenes Weihnachtsgeschenk.Die Herausgeber nennen das, was sie zusammengetragen und von 2 x Goldstein+Schöfer grafisch orangerotschwarz haben in Szene setzen lassen, nicht Schatztruhe, sondern „Wunderkammer“. Und natürlich erklären sie dieses Wort und Phänomen aus den…

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Simone Frieling, Ich schreibe, also bin ich

Simone Frieling, Ich schreibe, also bin ich

„Cogito ergo sum“ – dieser Grundsatz von René Descartes ist vielen vielleicht geläufig. „Ich schreibe, also bin ich“ geht da sicher noch einen Schritt weiter, denn Schreiben setzt m. E. Denken voraus. In ihrem biografischen Essayband stellt Simone Frieling zehn Schriftstellerinnen unterschiedlichster Couleur vor: Sie beginnt mit Virginia Woolf. Es folgen Katherine Mansfield, Gertrude Stein, Marina Zwetjajewa, Rosa Luxemburg, Natalia Ginzburg, Sylvia Plath, Hannah Arendt, Else Lasker-Schüler und Elisabeth Langgässer. So unterschiedlich die Frauen sind, leben und schreiben, so unterschiedlich…

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Jackie Thomae, Brüder

Jackie Thomae, Brüder

„Brüder“ ist der zweite Roman der als Journalistin und Fernsehautorin arbeitenden Jackie Thomae. Sie erzählt die Geschichte von Mick und Gabriel, zwei Männer in der Mitte ihres Lebens, die Halbbrüder sind, weil sie einen gemeinsamen senegalesischen Vater haben, der zum Studieren in die DDR gekommen war. Weder Nick noch Gabriel kennen ihren Vater, noch wissen sie voneinander. So werden folgerichtig ihre Geschichten auch getrennt voneinander und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Nick lebt in den Neunzigern als zwanzigjähriger „Nachtlebendesperado“ Berlin und…

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Steffen Kopetzky, Propaganda

Steffen Kopetzky, Propaganda

Leutnant John Glueck, geboren 1921 in New York als Kind deutscher Auswanderer, ist Angehöriger der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika, Department for Psychological Warfare, kurz Sykewar genannt. „Alle anderen nannten uns Propaganda.“ Er ist der Protagonist eines faszinierenden, geschickt konstruierten und gut erzählten Romans, der in Amerika der dreißiger Jahre beginnt. Glueck ist der Literatur seiner Vorfahren sehr verbunden, belesen und will schreiben. Er besucht einen Kurs für kreatives Schreiben, wo er unter anderen die später bekannten Schriftsteller J.D….

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Ilma Rakusa, Mein Alphabet

Ilma Rakusa, Mein Alphabet

Das Alphabet brauche ich, um Worte, Sätze zu bilden, Geschichten zu erzählen. Ilma Rakusa, Kleist-Pristrägerin 2019, hat in ihrem Band von „Anders“ bis „Zaun“ ihr eigenes Alphabet zusammengestellt. In Form kleinerer Geschichten, Anekdoten und Gedichten hat sie ihre Lebenserfahrungen und -ereignisse einfließen lassen. Interessant zu lesen, mal mit einem Lächeln verbunden: „Ich liebe das Meer vom Ufer aus, auf dem Meer werde ich sofort seekrank.“ Oder mit Staunen, etwa wenn sie – sehr poetisch – einen Granatapfel beschreibt. Sie preist…

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