Mely Kiyak, Frausein

Mely Kiyak, Frausein

„Ich wurde für ein Leben im Kollektiv erzogen. Für ein Leben mit familiären Beziehungen, wo man sich für den Fortbestand der Beziehungen wie in einem Tauschgeschäft auf ein Mindestmaß an Bedürfnissen reduzieren muss.“ „Es schaffen.“ ist Teil dieses Kollektivs, ein hoher, hochgehaltener, kaum hinterfragter Wert:„Immer soll man etwas schaffen. Und wenn man da ist, wo man hinsollte, was kommt dann?„ Und was ist das Ergebnis dieses „Schaffensprozesses“?„Überall traurige Frauen. Mit Traurigkeit zugedeckte Frauen, die mit ihren Männern herumreisen, die sich…

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Zum Friedenswerkzeug werden

Zum Friedenswerkzeug werden

„Wer keinen Frieden in sich selbst gefunden hat, kann nicht zum Friedenswerkzeug werden.“ (Thich Nhat Hanh) Fangen wir also bei uns an, da wo wir leben, überall dort, wo wir es mit Menschen zu tun habenjeden Tagund immer wieder. Sorgen wir für Friedenin den eigenen Köpfenin unseren Beziehungenin und außerhalb der eigenen Familiendenn auch dort herrschen oft kriegsähnliche Verhältnisse.

Aus

Aus

Nun geh ich stumm an dem vorbei,
Wo wir einst glücklich waren,
Und träume vor mir hin: Es sei
Alles wie vor zwei Jahren. Und du bist schön, und du bist gut
und hast so hohe Beine.
Mir wird so loreley zumut,
und ich bin doch nicht Heine. Ich klappe meine Träume zuund suche mir eine Freude.Auf daß ich nicht so falsch wie duMein Stückchen Herz vergeudest. (Joachim Ringelnatz)

Die Bank

Die Bank

So sitz′ ich Stunden wie gebannt,Im Gestern halb und halb im Heute,Mein gutes Fernrohr in der HandUnd laß es streifen durch die Weite.Am Damme steht ein wilder Strauch.O, schmählich hat mich der betrogen!Rührt ihn der Wind, so mein′ ich auchWas Liebes komme hergezogen! (Annette von Droste Hülshoff, 6. Strophe des Gedichtes „Die Bank)

Meine Mutter

Meine Mutter

Sie wäre heute 95 geworden – meine Mutter. Eine insgesamt schwierige Beziehung, aus denen Themen entstanden sind, die mich noch heute beschäftigen. Doch die Art der Beschäftigung hat sich verändert. Sie ist ruhiger, friedlicher geworden, auch weil ich für mich heute Dinge beim Namen nennen kann, die damals nicht gesagt werden konnten, nicht durften, ich heute bei meiner Wahrheit und Wachheit bleiben kann, ohne dafür von ihr bewertet, abgewertet werden zu können – es sei denn, mein innerer Kritiker übernimmt…

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Starker Tod

Starker Tod

„Dass wir erschraken, da du starbst,nein, dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach,das Bisdahin abreißend vom Seither:das geht uns an; das einzuordnen wirddie Arbeit sein, die wir mit allem tun.“ (Rainer Maria Rilke)

Szczepan Twardoch, Demut

Szczepan Twardoch, Demut

Nach „Der Boxer“ ist „Demut“ der zweite Roman, den ich von Szczepan Twardoch gelesen habe. Er erzählt auf beeindruckende Weise vom Leben des Alois Pokora, der nicht immer so hieß. Der Roman beginnt, nachdem Alois im Ersten Weltkrieg schwer verwundet in einem Berliner Krankenhaus – nach Wochen ohne Bewusstsein – aufwacht; erzählt wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten. Und der erste Gedanke gilt „seiner“ Agnes: „An dein Gesicht denke ich, wenn am schwarzen Himmel, noch tief über dem Horizont, der…

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