Still-Leben mit Blatt

Still-Leben mit Blatt

Dieses eine, das sich da verirrt hat, erweckt ganz besondere Aufmerksamkeit, regt diverse Assoziationen an: Gefängnis, Unfreiheit, (Schutz) hinter Gittern, … „Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,von vielen Blättern eines,dies eine Blatt, man merkt es kaum,denn eines ist ja keines.“ Einzigartigkeit, Rast, Ruhe, Verweilen, Verschnaufpause, Stillleben mit Blatt, …

Ein Hauch von Frühling

Ein Hauch von Frühling

An baches ranftDie einzigen frühenDie hasel blühen.Ein vogel pfeiftIn kühler au.Ein leuchten streiftErwärmt uns sanftUnd zuckt und bleicht.Das feld ist brach ∙Der baum noch grau . .Blumen streut vielleichtDer lenz uns nach. (Stefan George)

Vorsätze

Vorsätze

Virginia Woolf, 2. Januar 1931, Monk’s House/Rodmell:„Hier sind meine Vorsätze für die nächsten 3 Monate, den nächsten Jahresabschnitt: Erstens, keine zu haben. Nicht gebunden zu sein.Zweitens, frei & freundlich mit mir selbst umzugehen, mich nicht zu Gesellschaften anzutreiben: lieber zurückgezogen in meinem Studio zu sitzen & zu lesen. Mir das Geldverdienen egal sein zu lassen.Dann – nun, der Hauptvorsatz ist der wichtigste – keine Vorsätze zu fassen. Mal lesen, mal nicht lesen. Ausgehen, ja – doch auch zuhause bleiben, obwohl…

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Taufrisch und doch verhangen

Taufrisch und doch verhangen

Ähnlich wie meine Vorstellungen, Wünsche für das erste Jahr im neuen Jahrzehnt. Ich halte mich besser bereit und offen für das, was möglich ist. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, wie man hier sagt. Den Satz habe ich schon als Kind gehört.

Überraschung

Überraschung

Ich hab mal Gott gefragt, was er mit mir vorhat. – Er hat es mir aber nicht gesagt, sonst wär ich nämlich nicht mehr da. –Er hat mir überhaupt nichts gesagt. –Er hat mich überraschen wollen. (Ödon von Horvath) Lassen wir uns 2021 also vom Leben überraschenneugierig jeden Tag beginnenmit der Bereitschaft, uns auf das einzulassen, was ist, um dann zu schauen und zu entscheiden, wie ich damit umgehen will.

Abenddämmerung – die letzte in diesem Jahrzehnt

Abenddämmerung – die letzte in diesem Jahrzehnt

Eine runzelige Alte,schleicht die Abenddämmerung,gebückten Gangesdurchs Gefildund sammelt und sammeltdas letzte Lichtin ihre Schürze. Vom Wiesenrain,von den Hüttendächern,von den Stämmen des Walds,nimmt sie es fort.Und dannhumpelt sie mühsamden Berg hinaufund sammelt und sammeltdie letzte Sonnein ihre Schürze. Droben umschlingt ihrmit Halsen und Küssenihr Töchterchen Nachtden Nackenund greift begierigins ängstlich verschlosseneSchurztuch. Als es sein Händchenwieder herauszieht,ist es schneeweiß,als wär es mit Mehlrings überpudert. Und die Kleine,längst gewitzt,tupft mit demniedlichen Zeigefingerden ganzen Himmel vollund jauchzt laut aufin kindlicher Freude.Ganz unten abermacht sie…

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Sylvester

Sylvester

Komm, vergiss einmal all die Geschichtenkomm und begrab einmal all den Kram!es sind ja doch nur Lumpereien,die einem nur das Herz zerquälen,die einen nur müde machen und lahm! Die Menschen sind so, ich weiß es wohl:statt fröhlich und guter Dinge zu sein,vernörgeln sie sich die schönsten Stundenmit kindisch törichten Hetzerein.Sie möchten es selbst nicht, wenn man frägt …sie sehnen sich, harmloser sein zu dürfen,sie nennen es Unrecht, Schande und Hohnund möchten heraus aus all dem Gezänke …und kommen doch nicht…

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