Zahlen

Zahlen

Wenn nicht mehr Zahlen und FigurenSind Schlüssel aller KreaturenWenn die, so singen oder küssen,Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freie LebenUnd in die Welt wird zurück begeben,Wenn dann sich wieder Licht und SchattenZu echter Klarheit werden gatten, Und man in Märchen und GedichtenErkennt die wahren Weltgeschichten,Dann fliegt vor Einem geheimen WortDas ganze verkehrte Wesen fort. (Novalis)

Aufruf zum Mitmachen

Aufruf zum Mitmachen

… Da ist ein Hügel, ein Mauerloch,Ein kleiner Stall für Schweine,Des Hundes Hütte und dazu nochDie lustigen, großen Steine. Wie uns in stiller SeligkeitDie Stunden da entschwindenKein schönrer Fleck ist weit und breitAuf dieser Welt zu finden! In allen Winkeln groß und kleinDie einen sich verstecken,Die andern suchen aus und einAn allen End‘ und Ecken. Es folgen Hund und VögeleinDem fröhlichen Gewimmel.O Kind, dir ist kein Raum zu klein,Und jeder Raum ein Himmel! (Franz Bonn)

André Heller, Zum Weinen schön, zum Lachen bitter

André Heller, Zum Weinen schön, zum Lachen bitter

Schon das Cover – gestaltet nach einem Motiv André Hellers – ist voller Kontraste: bunt, farbig, mit viel Schwarz, gehalten von einem schwarzen Rahmen. Es ist eine Sammlung mit Erzählungen aus vielen Jahren. André Hellers Erzählungen sind oft einem kaum erwähnenswerten Alltagsgeschehen oder Personen gewidmet, die einem möglicherweise gar nicht auffallen würden. Doch durch die Beachtung in den Erzählungen Hellers rücken sie und ihre Tätigkeiten, aber auch ihre Gedanken, Wünsche und Phantasien in den Vordergrund – der Erzähler ist da…

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Frühling

Frühling

Der Tag erwacht, und prächtig ist der Himmel,Entschwunden ist von Sternen das Gewimmel,Der Mensch empfindet sich, wie er betrachtet,Der Anbeginn des Jahrs wird hoch geachtet. Erhaben sind die Berge, wo die Ströme glänzen,Die Blütenbäume sind, als wie mit Kränzen,Das junge Jahr beginnt, als wie mit Festen,Die Menschen bilden mit Höchsten sich und Besten. (Friedrich Hölderlin)

Osterjubel

Osterjubel

Jetzt ist der Himmel aufgetan,jetzt hat er wahres Licht!Jetzt schauet Gott uns wieder anmit gnädigem Gesicht.Jetzt scheinet die Sonneder ewigen Wonne!Jetzt lachen die Felder,jetzt jauchzen die Wälder,jetzt ist man voller Fröhlichkeit. Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeitund voller Ruhm und Preis.Jetzt ist die wahre goldne Zeitwie einst im Paradeis.Drum lasset uns singenmit Jauchzen und Klingen,frohlocken und freuen;Gott in der Höh sei Lob und Ehr. …(Angelus Silesius)

Der Frühling

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag‘ entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten, Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele, So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele. (Friedrich Hölderlin)

Ein Buch oder zwei oder ganz viele

Ein Buch oder zwei oder ganz viele

Seit ich lesen kann, waren Bücher meine Begleiter. Ich habe sie mir in Pfarr- und Stadtbüchereien ausgeliehen, später dann aus der Unibibliothek. Bei Streifzügen durch Antiquariate und Buchhandlungen habe ich das ein oder andere Buch gekauft. Manche mussten jahrelang im Regal darauf warten gelesen zu werden. Und manche warten immer noch. Aber auch Bücher haben ihre Zeit, mal passen sie, dann wieder so gar nicht. Sie sind zu früh oder zu spät dran. Aber sie sind nie ungeduldig, machen nie…

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Alles lassen

Alles lassen

Wenn du alles wissen willst, wolle nichts von etwas wissen.Wenn du alles sein willst, wolle nichts von etwas sein.Denn um letztlich alles zu erlangen, musst du letztlich alles lassen.Denn wonach er begehrt, darin ermüdet er.Nichts, nichts, nichts, nichts, nichts,Und auch auf dem Berg: nichts.Nada, nada, nada, y en el Monte nada“ (Johannes vom Kreuz)

Ein rostiger Nagel

Ein rostiger Nagel

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.Der war auf seine Gattin sehr stolz.Die trug eine goldene HaubeUnd war eine Messingschraube. Sie war etwas locker und etwas verschraubt,Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihmIn einem Astloch. Sie wurden intim. Kurz, eines Tages entfernten sie sichUnd ließen den armen Nagel im Stich.Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.Noch niemals hatte sein eisernes HerzSo bittere Leiden gekostet. Bald war er beinah verrostet.Da aber kehrte sein…

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