Stille

Stille

Still sein und schauenund auf die Antwort lauschendie sich dann einstellt. (© mona lisa) Mindestens einmal im Jahr gönne ich mir eine Stille-Auszeit, eine Art Seelenhygiene, um das, was sich das Jahr über angesammelt hat, zu entsorgen. Zunächst wird es eher laut, das ein oder andere will geduldig und gelassen ge- und beachtet werden, bevor es dann still werden kann.

Die Welt, die monden ist

Die Welt, die monden ist

Die Welt, die monden ist Vergiß, vergiß, und laß uns jetzt nur dies erleben, wie die Sterne durch geklärten Nachthimmel dringen, wie der Mond die Gärten voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wie’s spiegelnder wird im Dunkeln; wie ein Schein entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz hinübertreten in die Welt hinein die monden ist – (Rainer Maria Rilke)

Tanzen

Tanzen

Tanz ist die Poesie des Fußes. (John Dryden) Am Freitag habe ich das erste Mal in diesem Jahr wieder 5 Rhythmen getanzt, obwohl die Couch an dem Tag eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich ausgeübt hat. Doch ich weiß ja um die heilsame Wirkung dieser Tanzart für mich, in der es kein Richtig und kein Falsch gibt, nur die Regel, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen, allein für sich oder – wenn gewünscht – im Kontakt, in der Begegnung mit…

Weiterlesen Weiterlesen

Nur Worte?

Nur Worte?

Das Wort Das Wort gleicht dem beschwingten Pfeil,Und ist es einmal deinem BogenIn Tändeln oder Ernst entflogen,Erschrecken muß dich seine Eil‘. Dem Körnlein gleicht es, deiner HandEntschlüpft; wer mag es wiederfinden?Und dennoch wuchert’s in den GründenUnd treibt die Wurzeln durch das Land. Gleicht dem verlornen Funken, derVielleicht verlischt am feuchten Tage,Vielleicht am milden glimmt im Hage,Am dürren schwillt zum Flammenmeer. Und Worte sind es doch, die einstSo schwer in deine Schale fallen:Ist keins ein nichtiges von allen,Um jedes hoffst du oder weinst.  (Annette…

Weiterlesen Weiterlesen

Schnee

Schnee

Schnee, zärtliches Grüßen der Engel, schwebe, sinke – breit alles in Schweigen und Vergessenheit! Gibt es noch Böses, wo Schnee liegt? Verhüllt, verfernt er nicht alles zu Nahe und Harte mit seiner beschwichtigenden Weichheit, und dämpft selbst die Schritte des Lautesten in leise? Schnee, zärtliches Grüßen der Engel, den Menschen, den Tieren! – Weißeste Feier der Abgeschiedenheit. (Francisca Stoecklin)

Was rennt denn da?

Was rennt denn da?

Gestern habe ich in einer anderen Stadt getankt und musste an der Kasse etwas länger warten. Zeit, mich umzusehen. An der Theke wurde auf eine „Renntiertrinkschokolade“ hingewiesen, mit der Abbildung eines Rentieres. Leider hatte ich mein Handy im Auto gelassen.Mit einem Grinsen im Gesicht bin ich dann weitergefahren. Meine Fantasie war angesprungen …

Innere Leere

Innere Leere

Der moderne Mensch leidet an innerer Leere wie ein Heißhungriger an leerem Magen. Daher das Hasten, diese Leere auszufüllen, und zwar mit allem Möglichen und Unmöglichen, mit Geld, Erfolg, Ruhm, Flirt, Sport und so weiter. (Jakob Bosshart)

Schweigen

Schweigen

Manche Leute verneigen Sich gern vor Leuten, die ernsten Gesichts Langdauernd schweigen. Manche Leute neigenDazu, zu grollen, wenn andere schweigen. Schonet das Schweigen. Es sagt doch nichts. (Joachim Ringelnatz) Oh doch. Schweigen kann so beredt sein. Bietet viel Interpretionsspielraum, vor allem, wenn man nicht weiß,warum, wozu geschwiegen wird.

Der Winter

Der Winter

Wenn ungesehn und nun vorüber sind die BilderDer Jahreszeit, so kommt des Winters Dauer,Das Feld ist leer, die Ansicht scheinet milder,Und Stürme wehn umher und Regenschauer. Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres EndeWie einer Frage Ton, das dieser sich vollende,Alsdann erscheint des Frühlings neues Werden,So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden. (Friedrich Hölderlin)