Durchsuchen nach
Kategorie: Rezensionen

Dato Turaschwili, Das andere Amsterdam

Dato Turaschwili, Das andere Amsterdam

„Das andere Amsterdam“ ist bereits 2014 als georgische Erstausgabe erschienen und liegt nun als deutsche Übersetzung von Katja Wolters im Weidle Verlag vor. Dieser Roman entzieht sich jeglicher Kategorisierung und das ist gut so bzw. das genau ist das Interessante und Spannende. Der Ich-Erzähler ist wie der Autor Schriftsteller und hat von der „Niederländischen Stiftung für Literatur“ eine wunderschöne Wohnung auf dem Spui-Platz in Amsterdam zur Verfügung gestellt bekommen: „zum Arbeiten oder einfach zur Entspannung“. Bereits die ersten Sätze machen…

Weiterlesen Weiterlesen

Amanda Cross, Der James Joyce-Mord

Amanda Cross, Der James Joyce-Mord

Kate Fansler verbringt den Sommer auf dem Lande in dem kleinen Dorf Araby. Dort will sie mit Unterstützung Emmets, eines Doktoranden, den Nachlass des Verlegers Samuel Lingerwells sichten, der auch James Joyces Werke herausgegeben hat. Dieser Nachlass befindet sich in dem Haus des verstorbenen Verlegers, das Kate den Sommer über nutzen kann. Begleitet wird sie von ihrem Neffen Leo und dessen Hauslehrer William. Reed, der mit ihr befreundete Bezirksstaatsanwalt, kommt sie besuchen, später dann noch zwei Professorinnen. Kate befindet sich…

Weiterlesen Weiterlesen

Otto Zsok, ANERKENNUNG

Otto Zsok, ANERKENNUNG

Otto Zsok ist Logotherapeut und Leiter des „Süddeutschen Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse“. In seinem 130 Seiten umfassenden Band legt er die Heil- und Seelenkraft der Anerkennung an Beispielen und Übungen dar, die seiner Meinung nach von vielen nicht wahrgenommen oder oft in ihrer Wirkung unterschätzt wird: „Dabei könnte in vielen Fällen und Situationen die ehrlich kommunizierte Anerkennung zumindest den Anfang eines Heilungsprozesses, einer Entkrampfung und einer neuen Hoffnung auf bessere Zeiten bilden.“ Am sinnvollsten beginnt man/ frau dabei bei…

Weiterlesen Weiterlesen

Wolfgang Dichans, Mystic Shots

Wolfgang Dichans, Mystic Shots

Mit „Mystic Shots“ hat Wolfgang Dichans in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ulrike Feistel ein interessantes Buch geschaffen, das Mystik und Kunst in Form von Fotos und Bildern fein miteinander in Verbindung bringt bzw. zueinander in Beziehung setzt. „Shots“ sind für Wolfgang Dichans: Schüsse, hoffentlich ins Zentrum des eigenen Denkens Momentaufnahmen konzentrierte Drinks, auch als „Vitaminbomben“ beliebt Herausgekommen ist eine kleine, feine Sammlung kurzer, mystischer Texte verschiedener Autoren – von Rumi, Meister Eckhart bis hin zu Dorothee Sölle, Karl Rahner und…

Weiterlesen Weiterlesen

Amanda Cross, Die letzte Analyse

Amanda Cross, Die letzte Analyse

„Die letzte Analyse“ ist der erste Fall der Literaturprofessorin Kate Fansler. Aufklären will sie die Ermordung von Janet Harrison, einer ihrer Studentinnen, die auf der Couch des Psychoanalytikers Emanuel Bauers passiert ist, der einer ihrer ehemaligen Liebhaber ist. Mit ihm und seiner Frau Nicola ist Kate immer noch gut befreundet. Ja, sie hat Janet Dr. Emanuel Bauer sogar als guten Psychiater empfohlen, als diese sie nach einem gefragt hat. Obwohl vieles gegen Emanuel Bauer spricht, ist Kate unumstößlich von dessen…

Weiterlesen Weiterlesen

Sally Rooney, Normale Menschen

Sally Rooney, Normale Menschen

„Nach Gespräche mit Freunden“ ist dies der zweite Roman der 1991 geborenen Sally Rooney. Es geht um Marianne und Connell, die in die gleiche Schule und die gleiche Klasse gehen, sonst aber wenig Gemeinsamkeiten aufweisen, weder im Hinblick auf ihre soziale Herkunft – Connells Mutter putzt bei Mariannes Mutter – noch von ihren sonstigen Interessen her: Marianne steht auf der gesellschaftlichen Leiter es Ortes oben, hat aber keine Freund*innen, ist viel allein, wird eher gemobbt, ist auf jeden Fall Außenseiterin,…

Weiterlesen Weiterlesen

Juli Zeh, Über Menschen

Juli Zeh, Über Menschen

Nach „UNTERLEUTEN“ gibt’s nun den Roman „Über Menschen“, ein Roman, der rückblickend im ersten Teil des dreiteiligen Romans von den Auswirkungen der Coronapandemie auf die Beziehung zwischen Robert, einem schon immer von zu Hause arbeitenden klimakritischen Journalisten, und Dora, einer Werbetexterin, erzählt, die seit dem ersten Lock-down ebenfalls im Homeoffice arbeiten muss. „Und dann kam das Virus. Robert konvertierte vom Klimaaktivisten zum Epidemiologen, und die Welt stand kopf.“ und „Obwohl sie sich die Miete teilten, schienen die Räume allein ihm…

Weiterlesen Weiterlesen

Annet Mooij, Das Jahrhundert der Gisèle

Annet Mooij, Das Jahrhundert der Gisèle

Gisèle van Waterschoot van der Gracht (1912-2013) wird als „Jahrhundertgestalt“ bezeichnet, was ja schon aufgrund ihres langen Lebens eine korrekte Bezeichnung ist. Annet Mooij “ beleuchtet mit feinem Gespür für Details“ das Leben dieser Malerin, so liest man auf dem Cover dieser Biografie, wobei ich ihr Gespür eher als „Detailverliebtheit“ bezeichnen würde, die es mir persönlich schwer macht, Zugang zu Gisèle als Person zu bekommen. Das erste Kapitel „Wurzeln“ liest sich wie ein ausführlicher Stammbaum ihrer Familie, der bis ins…

Weiterlesen Weiterlesen

Thea Dorn, TROST, Briefe an Max

Thea Dorn, TROST, Briefe an Max

Wut und Verzweiflung über den Corona-Tod ihrer vierundachzigjährigen lebensfrohen Mutter sind die zu Beginn vorherrschenden Gefühle Johannas, einer Fensehjournalistin, die sie sich von der Seele schreibt. Dabei weiß sie selbst nicht so genau, auf wen oder was sie konkret wütend sein soll: Auf die Mutter, „weil sie sich in ihrem verdammten Leichtsinn für unsterblich hielt“, zu Beginn der Coronapandemie noch eine Italienreise unternimmt und sich diebisch über die Leere in den Museen freut. Oder ob sie über die „blinden Politiker“…

Weiterlesen Weiterlesen

Regina Düring, Federn lassen

Regina Düring, Federn lassen

„Federn lassen“ ist eine Novelle, deren Titel mich an Hilde Domins Kurzgedicht „Federn lassen und dennoch schweben, das ist das Geheimnis des Lebens.“ erinnert. Kein Leichtgewicht trotz des geringen Seitenumfangs. Ungewöhnlich ist nicht nur das längliche Format, sondern auch die Sprache, die in interpunktionslosen Zeilenbrüchen – ähnlich einem Gedicht – ohne Umschweife in einfacher, dennoch eindringlicher Sprache versucht, von bestürzenden, traumatisierenden Ereignissen zu erzählen, die das namenlose Du – eindeutig weiblich – in vielen Situationen fassungslos und sprachlos macht. Wir…

Weiterlesen Weiterlesen