Sarah Diehl, Die Freiheit, allein zu sein. Eine Ermutigung

Sarah Diehl, Die Freiheit, allein zu sein. Eine Ermutigung

Ein so vielschichtiges, interessantes Buch über Einsamkeit in ihrer großen Bandbreite und ihren Facetten wie das von Sarah Diehl habe ich bisher noch nicht gelesen. Sie räumt mit dem so weit verbreiteten (Vor-) Urteil über Einsamkeit und das Alleinsein als einem mit Mängeln behafteten Zustand auf, wobei sie nicht unter „den Teppich kehrt“, dass es auch soziale Isolation gibt, die nicht immer freiwillig gewählt, sondern strukturell, finanziell und/ oder auch kulturell bedingt und zum Teil gesellschaftlich auch so gewollt ist….

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Nobelpreise

Nobelpreise

Die Verkündigung der Nobelpreise ist bereits Vergangenheit. Der Tag der Verleihung und Aushändigung ist der Tradition gemäß auch in diesem Jahr wieder der 10. Dezember. 1958 wurde Boris Pasternak für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen:„Unendlich dankbar, bewegt, stolz, überrascht, verwirrt.“ telegrafierte er laut einem Artikel des Deutschlandfunks vom 23.10.2018 nach seiner Nominierung nach Stockholm zurück, um dann aber den Preis abzulehnen, weil er um sein Leben fürchten musste.Folgendes Sätze als Ausdruck der Bedrohung Pasternaks werden in dem genannten Artikel zitiert: „Ein Schwein…

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Janet Hobhouse, Die Furien

Janet Hobhouse, Die Furien

„Ich bin gewissermaßen immer noch ein Objekt in einem Satz, der von einem männlichen Subjekt beherrscht wird. Erst war es eine Frau, dann war es ein Mann, und nun sind beide fort. Und das ist die Ironie, denn ich habe erreicht, was ich immer wollte. Seit ich Frauen bewundere, gilt meine Bewunderung ihrer Fähigkeit, allein zurecht zukommen, sich zu bewähren, im Vorbeigehen, ihren eigenen Luftzug aufzuwirbeln.“ Janet Hobhouse erzählt in „Die Furien“ die Beziehungsgeschichte zwischen Helen und ihrer Mutter, breit…

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Der Einsame

Der Einsame

Wer einsam ist, der hat es gut,Weil keiner da, der ihm was tut.Ihn stört in seinem LustrevierKein Tier, kein Mensch und kein Klavier,Und niemand gibt ihm weise Lehren,Die gut gemeint und bös zu hören. Der Welt entronnen, geht er stillIn Filzpantoffeln, wann er will.Sogar im Schlafrock wandelt erBequem den ganzen Tag umher.Er kennt kein weibliches Verbot, Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.Geschützt vor fremden Späherblicken,Kann er sich selbst die Hose flicken.Liebt er Musik, so darf er flöten,Um angenehm die Zeit…

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Alle reden vom Wetter …

Alle reden vom Wetter …

„Alle reden vom Wetter, wir nicht.“ Das war in Sechzigern des letzten Jahrhunderts der Werbeslogan der Deutschen Bahn. Daran konnte/ musste ich mich angesichts der massiven Zugausfälle in den letzen Tagen erinnern. War der Slogan vermessen oder hat sich das Wetter mittlerweile derart verändert, dass der Slogan auf keinen Fall mehr einzuhalten ist?

Tanz!

Tanz!

Wenn du aufgebrochen bist – tanz!Wenn du den Verband heruntergerissen hast – tanz!Mitten in der Schlacht – tanz!Tanze in deinem Blut!Wenn du vollkommen frei bist, tanz! (Rumi)

Abend

Abend

Einsam hinterm letzten Haus geht die rote Sonne schlafen, und in ernste Schlußoktaven klingt des Tages Jubel aus. Lose Lichter haschen spät noch sich auf den Dächerkanten, wenn die Nacht schon Diamanten in die blauen Fernen sät. (Rainer Maria Rilke)

Des Wunders lächelnd

Des Wunders lächelnd

Des Wunders lächelnd staunend, das geschah,Stand ich am Morgen leise fröstelnd, sahDie Heide blitzend, funkelnd, übersät;Als die Dezembersonne mild und spätHinter den Kiefern aufstieg … Silberblinken,Glitzern und Blitzen aller Nähe, WeiteIm Winterlicht … Und bronzen ein GeläuteVom Dorf her: – Morgenglocken; – und ein WinkenDes Horizontes blauzart; fernklar, fein:Wie hingehaucht. Und eine Stille dannFing durch das Strahlende zu wandern an,Und fand auf weißen Wegen sich allein. … O, ganz allein. (Karl Röttger)

Hilf mir lieben

Hilf mir lieben

Angst packt mich an.Denn ich ahne, es nahen Tagevoll großer Klage.Komm du, komm her zu mir! –Wenn die Blätter im Herbst ersterbenund sich die Flüsse trüber färbenund sich die Wolken ineinander schieben –dann komm, du, komm!Schütze mich –stütze mich –faß meine Hand an.Hilf mir lieben!  (Erich Mühsam)